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So, wat haben wir denn heute Schniekes. An diesem schönen Freitag gibt’s für euer geiles Wochenende die besten, schönsten, ja superlativsten Musikstücke, die gerade in meiner kleinen Welt rauf und runter laufen. Diese Woche zum Beispiel mit der hinreißenden Lykke Li (ebenso eine Empfehlung unserer lieben Hannah), The National mit der krassesten Brummbärstimme überhaupt und auch den Black Kids, zu denen mir jetzt aber keine Beschreibung einfällt. Alles. Hier. Umsonst. In meinem offiziellen Muxtape.
Ach Mensch, ist dat kleene Bunny nicht süß? “Presto” läuft vor dem neuen Pixar-Film “Wall-E” und handelt von einem Zauberer und seinem frechen Hasen. Anschauen, lachen, süß finden.
Auch mein Lieblings-Social-Network Facebook hat nach dem Redesign von MySpace und Last.fm beschlossen, dass es Zeit für ein neues Interface wird. Und wie immer: Die einen lieben es, die anderen hassen es. Wenn ihr ein Profil bei Facebook habt, könnt ihr einfach hier klicken und schon erstrahlt eure Seite im neuen Glanz. Was haltet ihr davon?
Meine “Lieblings-auf-Fotos-Gutausseherin” des Tages ist an diesem verregneten Dienstag ganz klar Hillary Raindeer aus Portland, USA. So müssen geile Bilder ausschauen. Sie hat auch eine MySpace-Seite, die allerdings für mich verborgen bleibt, weil ich dem Saftladen ja den Rücken gekehrt habe. Von daher: Die schönen Fotos anschauen und ein bisschen Sonne in den Tag bringen.
Als ich die brummende Tür hinter mir schließe und plötzlich im Innenhof bin fühle ich mich, als würde ich gerade mitten in einem Crack House stehen. Die Wände bekritzelt mit irgendwelchen pseudoautonomen Sprüchen und Formen, an der Hauswand stehen haufenweise Fahrräder und Kinderwägen, die Briefkästen sind kreuz und quer bemalt. Mit einem Begriff: Prenzl’berg.
Im dreckigen Hinterhaus angekommen will ich diese Wohnungsbesichtigung eigentlich schon unter “Überall, aber bloß nicht hier!” abhaken, aber bevor ich mich umdrehe, öffnet mir eine junge Mutter mitsamt kleiner putzigen Rotzgöre die Tür. “Hi, komm doch rein.” Ich lächle verdutzt und leiste ihr natürlich höflichst und ohne Widerworte Gehorsam. Und ich bin wirklich erstaunt. Wow. Wieso gibt es in den hässlichsten und abgefucktesten Häusern immer die schönsten Wohnungen? Ein paar Studenten, Pärchen und Studentenpärchen sind auch schon da und bewegen sich gemächlich und alles genau inspizierend durch die große Altbauwohnung.
Das kleine Mädchen verteidigt manchmal kreischend, manchmal singend ihr Kinderzimmer. “Nehmt ja nicht meine Sachen mit!” rät sie böse guckend jedem Eindringling. Ob ich mich daran halte, weiß ich noch nicht, aber eins weiß ich: Ich will diese Wohnung haben. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass ich voll müde bin und mich am liebsten gleich mitsamt der Mutter in das große Bett werfen wollte. Aber so etwas macht man ja nicht.
Ich bedanke mich für den kommentierten Rundgang und nehme gerne das Angebot an, sie am Dienstag noch einmal anzurufen. Als ich zurück auf den Innenhof laufe kommt er mir gar nicht mehr so böse vor. Im Gegenteil. Er hat an gewissem Charme gewonnen. Prenzl’berg also.
Marcel Winatschek lebt in Berlin und arbeitet dort als Webdesigner bei der renommierten aperto AG. Er ist süchtig nach digitalem Design, Apfelschorle und Käsekuchen. Nachts springt er entweder durch die Stadt, arbeitet als freier Schreiberling, entdeckt Monkey Business in seinem Schlafzimmer, umarmt Menschen, hasst Menschen, erschreckt Menschen, bewirft Emos mit nach Pfirsich schmeckenden Donuts in einem naheliegenden Coffee Shop oder macht andere heitere, gesunde Dinge.